Auf einen BlickDas ZTR Zentrum zur Therapie der Rechenschwäche in Leipzig behandelt Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Dyskalkulie. Die Therapie setzt an den ursächlichen Defiziten an und erarbeitet grundlegendes Zahlenwissen. Ergänzt wird das Programm durch eine individuelle häusliche Übung und die Beratung von Eltern sowie Lehrkräften.
Beschreibung des Anbieters
Zur Überwindung einer Rechenschwäche bedarf es einer fundierten Dyskalkulietherapie, die an den ursächlichen zahlenmathematischen Wissensdefiziten ansetzt. Wir setzen daher am diagnostisch erhobenen Wissensstand des rechenschwachen Kindes, Jugendlichen oder Erwachsenen mit einem individualisierten Therapieplan an. In der Lerntherapie erarbeiten wir mit unseren Klientinnen und Klienten ein kardinallogisch begründetes Wissen zu Zahlen, dem dekadischen Stellenwertsystem und zur Logik der Rechenoperationen. Darauf aufbauend erarbeiten wir alle arithmetischen Inhalte und Fertigkeiten, die ein sicheres und effektives Rechnen ermöglichen.
Rechenschwache Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben nie ausschließlich Probleme mit dem Rechnen. Mit unserem therapeutischen Konzept sind wir generell auf die verschiedenen psychischen und sozial-integrativen Sekundärprobleme von Rechenschwachen vorbereitet. Wir entwickeln und stärken die Handlungsautonomie der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen im alltäglichen, schulischen und beruflichen Umgang mit Mengen und Zahlen. Wir unterstützen sie durch das Erarbeiten mathematischen Wissens und durch positive Anwendungserfahrungen.
- eine wöchentliche 45minütige Therapiesitzung im Einzelsetting,
- ein individuell abgestimmtes häusliches Anwendungsprogramm,
- eine begleitende Beratung von Eltern und Lehrern sowie ggf. weiteren betreuenden Diensten,
- eine fortlaufend begleitende mathematische Lernstandsanalyse.
Für rechenschwache Kinder und Jugendliche kann bei Vorliegen einer Teilhabebeeinträchtigung im Zusammenhang mit der Dyskalkulie durch die Eltern eine Kostenübernahme für die Lerntherapie beim Jugendamt beantragt werden. Die gesetzlichen Grundlagen dafür finden sich im § 35a Sozialgesetzbuch (SGB) VIII.
Rechenschwäche ist nicht die Folge von Dummheit, fehlenden logischen Denkvermögens, mangelnder Konzentration oder der Unwilligkeit des rechenschwachen Kindes, Jugendlichen und Erwachsenen. Mit solchen Urteilen werden die Betroffenen nicht nur für das Rechenproblem selbst verantwortlich gemacht, sondern sie führen zu weiteren Zumutungen und falschen Hilfen. Die Versuche, Rechenschwächen durch permanentes Üben und bloße Wiederholungen des aktuellen Schulstoffes zu überwinden, scheitern in der Regel. Mit den herkömmlichen Formen des Übens und Nachhelfens werden Rechenschwache zum Einüben von Unverstandenem gezwungen.
Im Nachhilfeunterricht wird in der Regel an den Inhalten des aktuellen Schulstoffes, manchmal auch etwas früher angesetzt. Es erfolgt aber keine detaillierte Lernstandsanalyse, so dass weder die Bruchstellen im Aufbau der arithmetischen Logik noch die subjektiven Miss- und Fehlverständnisse offengelegt und zum Ausgangspunkt des nachholenden mathematischen Lernprozesses gemacht werden.
Einige Ärzte stellen systematisch Ergotherapierezepte aus, um über Ergotherapien Rechenstörungen „behandeln“ zu lassen. Es gibt Ergotherapiepraxen, die mehr oder weniger offen dafür werben, Kinder mit Rechenstörungen auf ärztliche Verordnung zu „behandeln“.
Dyskalkulietherapien können mitunter eine längere Zeit – auch zwei bis drei Jahre – in Anspruch nehmen. Wie viel Zeit benötigt wird, um die Rechenschwäche zu überwinden und um an den schulischen Lernstand in Mathematik (oder bei Erwachsenen an die alltags- und berufsbezogen notwendigen Rechenfertigkeiten) heranzuführen, hängt davon ab, wann die Dyskalkulie qualifiziert diagnostiziert und eine qualifizierte Dyskalkulietherapie aufgenommen wurde.
Qualifizierte Dyskalkulietherapie ist derzeit die einzige Möglichkeit, um Rechenschwächen zu überwinden. In unseren Therapien erreichen wir die Ziele, Rechenschwäche zu überwinden und an den schulischen Lernstoff heranführen, in 90 Prozent der Fälle.