Das neue RPM beginnt im Team
- Neues aus dem MagazinNewsDoppelte Nominierung für den German Design Award Gleich zwei unserer Projekte sind für den German Design Award nominiert: das neue Corporate Design des Roemer- und Pelizaeus-Museums Hildesheim und die stadtgeschichtliche Dauerausstellung im neuen Stadtmuseum Oldenburg.
- Zukunft gestaltenSynMM – ein KI-Kollektiv entstanden aus Wanderungen, Gesprächen, Fragen und gemeinsamer Arbeit Warum Bergluft gut für ambitionierte KI-Projekte sein kann, erzählt Hanke Homburg.
- NewsEin Raum für den ersten Eindruck Bevor im Bewerbungsgespräch das erste Wort fällt, hat der Raum schon viel erzählt. Gemeinsam mit der DMK Group ist die „Talent Weide“ entstanden, ein Recruitingraum, der den ersten Eindruck neu gestaltet. Unsere Kollegin Maren Weinberg spricht über die gestalterischen Details dahinter.
Wer für Menschen gestaltet, muss wissen, für wen genau. Das klingt selbstverständlich – ist in der Praxis aber komplexer, als es scheint. Zielgruppen sind selten eindeutig, Bedürfnisse verändern sich, und in Entwicklungsprozessen setzen sich schnell die Perspektiven durch, die ohnehin sichtbar, laut oder gut erreichbar sind. Genau hier helfen Personas.
Mit Personas näher an den Menschen
Personas sind fiktive Personenprofile, die Zielgruppen in greifbare Personen übersetzen – mit konkreten Bedürfnissen, Gewohnheiten, Anforderungen, Wünschen und Barrieren. Personas helfen uns dabei, Entscheidungen nicht aus dem Bauch heraus, sondern aus einer gemeinsamen, menschzentrierten Perspektive zu treffen.
Im musealen Bereich etwa können sie uns dabei unterstützen, Besucher:innen und Nicht-Besucher:innen besser zu verstehen. Die Methode ist aber nicht auf Museen beschränkt: Sie ist für alle Institutionen und Organisationen interessant, die sich ernsthaft mit den Perspektiven ihrer Anspruchsgruppen auseinandersetzen wollen.
Auch andere Systeme der Zielgruppenforschung wie z.B. Sinus Milieus oder Besuchstypen nach Falck o.Ä. lassen sich mit der Personamethode kombinieren und stärken so die Evidenz.
Besonders sensibel ist der Umgang mit Stereotypen: Personas dürfen nicht diskriminierende Annahmen reproduzieren oder Gruppen aus dem Blick verlieren. Deshalb gehören Bias-Awareness, regelmäßige Evaluation und die Ergänzung durch Interviews, Workshops oder andere Beteiligungsformate zu einer verantwortungsvollen Arbeit mit Personas.
Geheimtipp: Lieb haben
Empathie ist ein großer Treiber für Innovation. Wer seine Anspruchsgruppen sympathisch findet, hat auch Lust, etwas für sie zu entwickeln. Gerade bei Zielgruppen, die als schwierig, entfernt oder schwer erreichbar wahrgenommen werden, ist Verständnis der Schlüssel. Gute Personas brauchen immer auch liebenswerte Züge. Das heißt: Macht aus euren nörgelnden Rentnern lieber nörgelnde Rentner, die heimlich Welpen retten.
Für das Zentrum für Arbeit und Politik entwickelten wir Personas für einen Leitfaden zur Wissenschaftskommunikation. Es ging um wissenschaftliche Infografiken und die Frage, wie unterschiedliche Zielgruppen diese lesen und verstehen. Grundlage waren Workshops, in denen verschiedene Grafiken gemeinsam mit den Zielgruppen getestet wurden.
KI-Personas als Ergänzung
Als Erweiterung unserer Persona-Arbeit entwickeln wir auch KI-basierte Anwendungen. Mit KI-Personas können Teams mit ihren Personas direkt ins Gespräch kommen – und gemeinsam Ideen und Konzepte testen und entwickeln. Auch schwer erreichbare Zielgruppen können so zumindest modellhaft ins Büro geholt und interaktiv eingebunden werden.
Unser Anspruch bleibt derselbe: KI-Personas sollen echte Beteiligung nicht ersetzen, sondern Teams dabei unterstützen, bewusster und inklusiver für ihre Zielgruppen zu arbeiten.