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Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie geht davon aus, dass unser Denken, Handeln und Fühlen bis hin zu unserer körperlichen Gesundheit nicht nur unserem Willen, sondern auch unbewussten Einflüssen unterliegen. Dies sind innere Konflikte, die im Leben eines jeden Menschen vorkommen und das spätere Leben dann besonders bestimmen, je früher im Leben sie auftraten. Sie beeinflussen unser Handeln und die Art und Weise, wie wir uns in Beziehungen zu unseren Mitmenschen verhalten. In einer durch äußere Bedingungen schwierigen Lebensphase (z.B. durch Verlusterlebnisse) können diese Gefühle dann belastend und auffällig für uns selber und für unsere Mitmenschen werden und sogar körperliche Erkrankungen mit verursachen. So können psychische, psychosomatische und körperliche Krankheiten entstehen.
Eine weitere Ursache für psychische Erkrankungen sieht die Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie in ungünstigen Lebensbedingungen in den ersten Lebensjahren wie z.B. schwerer Vernachlässigung, Erfahrungen von körperlicher oder sexueller Gewalt oder emotionaler Kälte. Hierzu zählen z.B. Fähigkeiten, sich ein Bild von sich selbst und von anderen Menschen mit deren positiven und negativen Eigenschaften zu machen und stabile Beziehungen zu anderen zu pflegen.
Ein Psychotrauma ist eine seelische Verletzung, die auf einzelne oder mehrere Ereignisse zurückgeht, bei denen Menschen extremer Angst und Hilfosigkeit ausgesetzt waren. Je früher und massiver dabei körperliche, sexualisierte oder emotionale Gewalt auf einen Menschen einwirkt, umso ausgeprägter kann später die Symptomatik sein. Dabei muss die Bedrohung nicht unbedingt unmittelbar die eigene Person betreffen, sondern kann auch bei anderen beobachtet und erlebt worden sein (z. B. als Zeuge eines schweren Unfalls oder einer Gewalttat).
Die traumzentrierte Psychotherapie verfolgt sowohl das Ziel, einen Schutzraum für traumatisierte Menschen zu schaffen, in dem sie das Erlebte reflektieren und verarbeiten können, als auch deren Fähigkeit zur Resilenz zu verbessern. Resilenz bezeichnet die Fähigkeit von Menschen, seelische Traumata aufzuarbeiten und diese zu integrieren. Ein weiterer wichtiger Baustein in der Psychotraumatherapie bildet das sogenannte „Reframing“ (Umdeutung und Neubewertung des Erlebten). Dies geschieht durch ressourcenorientierte Techniken wie die psychodynamisch imaginative Psychotherapie nach Luise Reddemann oder die Ego-state-Therapie, die der Integration der durch Traumata abgespaltenen Persönlichkeitsanteile dient.