KONZEPTE | METHODEN | STRATEGIEN
Die von uns entworfenen Gebäude treten in ihrem architektonischen Ausdruck sehr unterschiedlich auf. Gleichwohl liegt ihnen eine dezidierte Haltung zur Architektur und eine gemeinsame Entwurfsmethode zu Grunde.
1. Konzeptuell
Aus unserer Sicht sollte ein Architekt die realen Gegebenheiten genau in den Blick nehmen und zur Entfaltung kommen lassen. Die Logik des Realen setzt seinen Überlegungen Grenzen, subjektive Formsetzungen werden auf ein Minimum reduziert. Finden ist wichtiger als Erfinden. Zugleich gilt es, das Vorgegebene gedanklich zu transzendieren und am Ende in eine architektonische Form zu transformieren. Deshalb kommt es uns wesentlich darauf an, die Ambivalenz zwischen realen Vorgaben und daraus entstehenden Ableitungen auszuhalten und für ein Projekt fruchtbar zu machen. Das setzt voraus, dass man möglichst genau wahrnimmt, was bereits da ist, sich davon faszinieren, zugleich aber auch dazu anregen lässt, begründet darüber hinauszugehen. Aus diesen Gründen arbeiten wir mit Wahrnehmungen, Bildern und Assoziationen und verbinden diese konzeptuell mit den funktionalen Parametern der jeweiligen Bauaufgabe.
Transformation In dem von uns praktizierten Entwurfsprozess geht die Analyse des Vorgegebenen über in die Transformation bestehender Situationen oder Gebäude. Dies geschieht mittels gedanklicher Assoziationen und daraus gewonnen Bildern. Was einem auf den ersten Blick als eine Art Readymade begegnet, wird zum Ausgangsobjekt einer neuen Realität, die ihre Stellung in einem gegebenen Kontext ebenso wenig ignoriert wie die Bedingungen, unter denen sie entstanden ist. Dabei schließt unser methodisches Vorgehen den Rückgriff auf Bautypologien und aus der Baugeschichte bekannte Techniken ausdrücklich ein. Unsere Haltung zur Architektur beruht somit darauf, dass wir im Grunde alles, was wir tun, als eine Transformation oder ein Umbauen bestehender Situationen verstehen. Entsprechend sensibel reagieren die von uns entworfenen Gebäude auf ihre unmittelbare Umgebung und den städtebaulichen Kontext. Zugleich entfalten sie aber auch eine skulpturale Wirkung. Den Widerspruch, der scheinbar daraus resultiert, lösen wir dadurch auf, dass wir Methoden entwickelt haben, die Prinzipien und Strategien folgen, wie sie in der zeitgenössischen Kunst üblich sind.
Von menschlicher Erfahrung gesättigte Dinge, räumliche und städtebauliche Konstellationen werden grafisch, plastisch und architektonisch transformiert. Beim Entwurf eines neuen nicht anders als beim Umbau eines bestehenden Gebäudes steht der Begriff der Wahrnehmung im Zentrum – besonders in Bezug auf die Ambivalenz von Masse und Raum, Gegenständlichkeit und Abstraktion. Im Bestand und in den dort vorhandenen Konstellationen sind vielfältige soziale Erfahrungen gespeichert, die spezifische Assoziationen anstoßen. Indem diese in ihrer komplexen Bedeutung erkannt und analysiert werden, erwachsen daraus vitale Nutzungen und Möglichkeiten der sozialen Interaktion im realen Raum. Es entsteht ein neuer Blick auf Orte, Gebäude und Dinge, der wiederum zu neuen Verknüpfungen unterschiedlicher Bilder, Atmosphären und Nutzungen anregt. In eigenen Raumstudien, wie wir sie seit vielen Jahren realisieren und stetig weiterentwickeln, werden Räume in unterschiedlichen Maßstäben thematisiert. Die Studien erproben und erkunden in exemplarischer Weise städtebauliche und stadträumliche Konzepte, räumliche und gebäudetypologische Strukturen sowie künstlerische Fragestellungen.
Stahlplastiken Die Stahlplastiken von Florian Schlüter sind als begehbare Zeichnungen im Raum konzipiert. Sie kreisen um die Ambivalenz von Begriffen wie Masse und Raum, Gegenstand und Abstraktion und zielen darauf ab, die Authentizität des Alltäglichen zu erkunden. Daraus ergeben sich wesentliche Aspekte späterer Architekturprojekte.

