Auf einen BlickDer DVS Bezirksverband Siegen gehört zum Deutschen Verband für Schweißen und verwandte Verfahren und ist eng mit den metallverarbeitenden Betrieben im Dreiländereck NRW, Hessen und Rheinland-Pfalz verbunden. In der eigenen Kursstätte bildet der Verband zum Internationalen Schweißfachmann aus und richtet den Wettbewerb Jugend schweißt für 16- bis 23-Jährige aus. Die Arbeitsgruppe A3 bündelt den fachlichen Erfahrungsaustausch zum Schweißen im Anlagen-, Behälter- und Rohrleitungsbau.
Beschreibung des Anbieters
Der Bezirksverband Siegen ist Teil des DVS – Deutscher Verband für Schweißen und verwandte Verfahren e. V. Der Verband ist technisch-wissenschaftlich geprägt und eng mit den metallverarbeitenden Betrieben des Dreiländerecks NRW, Hessen und Rheinland-Pfalz verbunden.
Bildung ist dem Verband ein wichtiges Anliegen: In der eigenen DVS-Kursstätte wird zum Internationalen Schweißfachmann ausgebildet. Junge Menschen werden für die Fügetechniken durch den deutschlandweiten Wettbewerb „Jugend schweißt" begeistert. Hier treffen 16- bis 23-jährige Nachwuchsschweißer aufeinander und messen sich in Einzel- und Teamwettbewerben in den vier gängigen Schweißverfahren.
In keinem anderen Gremium in Deutschland ist ein so umfassender, praxisnaher und regelwerksübergreifender Austausch zum Schweißen im Anlagen-, Behälter- und Rohrleitungsbau möglich wie in der DVS-Arbeitsgruppe (AG) A3. Sie bündelt die fachliche Expertise und schafft eine Plattform, die Anwender, Industrie, Normung und Forschung direkt miteinander vernetzt.
Jochen Mußmann: Die DVS-Arbeitsgruppe (AG) wurde im Sommer 2015 gegründet, um die Themenfelder „Schweißen im Anlagen-, Behälter- und Rohrleitungsbau" sowie „Schweißen in Energietechnik und Anlagenbau" im DVS strukturell zu bündeln. Ziel war und ist es, den interessierten Unternehmen, Fachleuten und Nachwuchskräften eine gemeinsame Plattform für den fachlichen Erfahrungsaustausch zu bieten.
Die AG trifft sich zweimal im Jahr, das nächste Mal am 9. März 2026 im Vorfeld der Sondertagung „Schweißen im Anlagen- und Behälterbau" an der Schweißtechnischen Lehr- und Versuchsanstalt (SLV) München. Die Aktualität und Dringlichkeit der Themen ergibt sich dabei stets aus den praktischen Erfahrungen der Teilnehmenden: Aktuelle technische Fragen und neue Entwicklungen aus dem betrieblichen Arbeitsalltag fließen direkt in die Diskussion ein. Hier beantworten die AG-Mitglieder konkrete Fragen, aber auch Fachvorträge zu eingebrachten Fragestellungen finden statt.
Ein Beispiel ist der Umgang mit Mischverbindungen verschiedener Werkstoffe. Bei hohen Betriebstemperaturen oder einer notwendigen Wärmenachbehandlung ergeben sich Anforderungen, die etwa in der DIN EN ISO 15614-1 oder auf Basis der Entscheidungen des Technical Committees ISO/TC 44 „Schweißen und verwandte Verfahren" nur teilweise abgedeckt sind.
Jochen Mußmann: Die Rückverfolgbarkeit steht im Vordergrund und ermöglicht eine lückenlose Dokumentation des Lebenszyklus – beispielsweise bei der Reparatur einer Rohrleitung aus warmfestem Stahl: von der ersten Schweißung bis zur letzten Wärmenachbehandlung. Nur so sind kompetente Rückschlüsse auf die richtige Vorgehensweise bei der Instandsetzung möglich und Fehler vermeidbar.
Rolf Paschold: Viele ältere Spezifikationen, z. B. der Chemie- und Kraftwerksindustrie, stehen dem MIG/MAG-Schweißen skeptisch gegenüber. Häufig wird den Herstellern von Behältern, Rohrleitungen und Chemieapparaten in den Kundenspezifikationen der Einsatz des Metallschutzgasschweißens verweigert. Vorbehalte hinsichtlich Porenbildung oder Bindefehlern verhindern oft, dass das Verfahren bei drucktragenden Teilen angewendet wird – trotz seiner heute deutlich weiterentwickelten Möglichkeiten.
Im globalen Wettbewerb müssen solche Potenziale gehoben werden, ob beim teilmechanischen MSG-Schweißen, mit dem Cobot oder dem vollmechanischen bzw. automatischen Schweißen mit dem Schweißroboter. Vor diesem Hintergrund setzt der DVS mit einem geplanten Merkblatt „Metallschutzgasschweißen im Anlagen- und Behälterbau" bewusst ein Zeichen: Mit diesem Vorhaben sollen mit überholten Vorurteilen aufgeräumt und die Potenziale dieses Verfahrens auch für drucktragende Teile abgebildet werden.